Vorsteuererstattung – Frist 30.9.2019

(§ 21 Abs. 11 UStG)

Anträge österreichischer (im Inland ansässiger) Unternehmer auf Rückerstattung der in anderen EU-Mitgliedstaaten angefallenen Vorsteuern 2018 können nur noch bis 30.9.2019 gestellt werden. Diese Frist ist eine Fallfrist, daher nicht verlängerbar. Der Antrag muss über das Portal FinanzOnline gestellt werden, wobei für jeden Staat ein eigener Antrag zu stellen ist. Die Vorlage einer Unternehmerbescheinigung U 70 ist nicht mehr erforderlich. Die Erstattungsanträge österreichischer Unternehmer werden für alle Mitgliedstaaten in deutscher Sprache gestellt.

Eine Vorlage von Originalrechnungen ist im elektronischen Verfahren nicht mehr erforderlich, allerdings kann der betreffende EU-Staat die Übermittlung von Rechnungskopien in pdf (bei Rechnungen über € 1.000,– bzw. € 250,– bei Kraftstoffrechnungen) verlangen, dann müssen diese Kopien ebenfalls bis spätestens 30.9.2019 übermittelt werden. Werden diese Kopien erst auf Aufforderung nachgereicht und ist der Termin 30.9. verstrichen, wird der Antrag abgewiesen.

Die Steuerverwaltung Deutschlands verlangt die Übermittlung der Rechnungen mit den Wertgrenzen € 1.000,– bzw. € 250,– zwingend, da sonst die Erstattungsanträge abgelehnt werden. Der Antragsteller erhält per E-Mail die Aufforderung, die Belege nachzureichen, wenn diese nicht schon beim Antrag hochgeladen und übermittelt wurden. Das Nachreichen der Belege muss allerdings bis Ende der Frist 30.9. 2019 erfolgen.

Die Mindesthöhe der Vorsteuern für das gesamte Jahr beträgt € 50,– (Jahresmindestbetrag bzw. Restzeit eines Jahres) bzw. € 400,– bei einem unterjährigen Zeitraum (mindestens drei Monate). Der vergütende EU-Staat hat für die Erledigung vier Monate Zeit, bzw. acht Monate, wenn zusätzliche Informationen angefordert werden. Bei längerer Dauer besteht ein Anspruch auf Guthabenzinsen.

Der antragstellende Unternehmer erhält zwei elektronische Bestätigungen des Einlangens des Antrages über FinanzOnline (Databox).

Nicht alle in den Mitgliedstaaten der EU bezahlten Vorsteuern werden vom betreffenden Staat auch rückvergütet. So können in Österreich abzugsfähige Vorsteuern (wie z.B. Reise- oder Hotelkosten) im anderen EU-Staat vom Abzug ausgeschlossen sein (UStR, Rz 2850a).

Nähere Details sind u.a. bei den Außenwirtschaftscentern der WKO zu erfahren.

Anträge von Unternehmern in anderen EU-Staaten auf Erstattung der österreichischen Vorsteuern 2018 sind ebenfalls bis 30.9.2019 im jeweiligen Heimatland elektronisch zu stellen.

Diese ausländischen Unternehmer können nur die in Österreich angefallenen Vorsteuern geltend machen, für die nach dem österreichischen UStG eine Abzugsmöglichkeit vorliegt, somit sind vor allem PKW-Vorsteuern von der Erstattung ausgeschlossen. Diese Vorsteuern sind gem. § 21 Abs. 9 UStG weiters nur dann erstattungsfähig, soweit der Unternehmer im Mitgliedstaat, in dem er ansässig ist, zum Vorsteuerabzug berechtigt wäre.

Aus der  [„Umsatzsteuer Aktuell“ Ausgabe 173/Juli 2019]

 

Kommentare sind geschlossen.

Lade ...