Coronavirus: Steuerliche Sonderregelungen

Am 14.03.2020 hat das BMF steuerliche Sonderregelungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus veröffentlicht. Um Liquiditätsengpässen und Zahlungsverzögerungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus entgegenzukommen, hat das BMF folgende Maßnahmen gesetzt:

Herabsetzung und Nichtfestsetzung von Einkommensteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen 2020

Die ESt- und KöSt-Vorauszahlungen 2020 können herabgesetzt oder mit null (wichtig: auch die Körperschaftsteuer mit € 0) festgesetzt werden. Es kann auch eine gänzliche oder teilweise Nichtfestsetzung von ESt- und KöSt-Vorauszahlungen für 2020 gemäß § 206 Abs. 1 lit. a BAO in Betracht kommen.

Der Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlung kann, wenn der Steuerpflichtige von einer durch das Coronavirus bedingten Ertragseinbuße betroffen ist, bis spätestens 31.10.2020 eingereicht werden. Im Antrag hat der Steuerpflichtige die voraussichtliche Minderung der Steuerbemessungsgrundlage auf Grund der konkreten Betroffenheit glaubhaft zu machen. Die Anträge auf Herabsetzung auf Grund der Ertragseinbußen durch das Coronavirus sind vom Finanzamt sofort zu bearbeiten.

Wird der Steuerpflichtige von den Folgen des Coronavirus liquiditätsmäßig derart betroffen, dass er die Vorauszahlung nicht bezahlen kann, ist ein Antrag auf Nichtfestsetzung von Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen möglich. Hier kann der Steuerpflichtige anregen, die Vorauszahlungen für das Kalenderjahr 2020 nicht festzusetzen oder niedriger als die voraussichtliche Einkommen- oder Körperschaftsteuer 2020. Voraussetzung für den Antrag auf Nichtfestsetzung ist, dass der Steuerpflichtige die konkrete Betroffenheit des liquiditätsmäßigen Notstandes auf Grund des Coronavirus glaubhaft macht. Die Anträge sind vom Finanzamt sofort zu erledigen.

Wenn auf Grund der Herabsetzung oder des Wegfalls der Vorauszahlungen 2020 eine Nachzahlung aus der ESt oder KöSt resultiert, werden von Amts wegen keine Anspruchszinsen für 2020 festgesetzt.

Stundung und Ratenansuchen

Der Steuerpflichtige hat die Möglichkeit, Stundungen und Ratenansuchen beim Finanzamt zu beantragen. Im Antrag auf Stundung oder Ratenzahlung kann der Steuerpflichtige anregen, keine Stundungszinsen festzusetzen. Wenn ein solcher Antrag gestellt wird, hat das Finanzamt dem Antrag zu entsprechen und die Stundungszinsen bis auf € 0 festzusetzen. Auch in diesen Anträgen ist die Betroffenheit vom Coronavirus glaubhaft zu machen und die Anträge sind vom Finanzamt sofort zu bearbeiten.

Säumniszuschläge

Der Steuerpflichtige kann bei seinem Finanzamt beantragen, einen verhängten Säumniszuschlag herabzusetzen oder nicht festzusetzen. Im Antrag ist die konkrete Betroffenheit glaubhaft zu machen. Das Finanzamt hat bei der Erledigung des Antrags des Steuerpflichtigen auf Herabsetzung bzw. Nichtfestsetzung eines Säumniszuschlages gemäß § 217 Abs. 7 BAO davon auszugehen, dass kein grobes Verschulden an der Säumnis vorliegt, wenn die konkrete Betroffenheit glaubhaft gemacht wurde.

Textvorschläge für die Glaubhaftmachung

Für die Glaubhaftmachung der Betroffenheit und Ertragseinbußen können folgende Textbausteine für die Anträge verwendet werden:

Herabsetzung der Vorauszahlungen

Ich bin in meiner betrieblichen Tätigkeit (Angabe der Branche…) von den Auswirkungen der SARS-CoV-2-Virus-Infektion betroffen. Das bewirkt, dass die bisherige Festsetzung von Vorauszahlungen für das Kalenderjahr 2020 zu hoch ist. Ich habe die Auswirkungen der SARS-CoV-2-Virus-Infektion auf die Höhe der Steuerbemessungsgrundlage für 2020 sorgfältig abgeschätzt und beantrage ….

Abgabeneinhebung (Stundung etc.)

Ich bin in meiner betrieblichen Tätigkeit (Angabe der Branche…) von den Auswirkungen der SARS-CoV-2-Virus-Infektion betroffen. Das bewirkt einen Liquiditätsengpass, der für mich einen Notstand darstellt. Ich beantrage daher ……

Weitere Maßnahmen […weiterlesen…]

Aus der BBi – Bilanzbuchhalter-Info 04/April 2020

Kommentare sind geschlossen.

Lade ...