COVID-19-UPDATE 08.06.2020: Neuerungen zum Härtefallfonds – Land- und Forstwirtschaft

a) Voraussetzungen für die Förderung: Unschädlich sind Förderungen aufgrund von Corona-Kurzarbeit, Inanspruchnahme staatlicher Garantien und Förderungen durch den Corona-Familienhärteausgleich. Das Unternehmen darf vor der COVID-19-Krise nicht in Schwierigkeiten gemäß Verordnung (EU) 651/2014 gewesen sein. Einrichtungen des öffentlichen Rechts sind nicht förderfähig.

b) Nebeneinkünfte sind in der Auszahlungsphase 2 möglich, ebenso Mehrfachversicherungen in der Kranken- und/oder Pensionsversicherung. (Phase 1: Einheitswert bis € 150.000,–, Umsatz bis € 550.000,–, Nebeneinkünfte nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze, keine Mehrfachversicherung).

c) Ausmaß der Förderung: Maximal € 2.000,– monatlich, Gesamtförderungshöhe maximal € 6.000,– pro Bewirtschafter. Erhöhung der Betrachtungszeiträume von drei auf sechs Monate (vom 16.3.bis 15.9.2020), Mindestförderung € 500,–. Bei Betriebsübernahme nach dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres ist auf den vergleichbaren Zeitraum des Vorgängers abzustellen. (Alternativ dazu die Jungunternehmerförderung von € 500,–).
Die Summe aus Nebeneinkünften, Versicherungsleistungen betreffend  COVID-19-Schäden und der beantragten Förderung darf € 2.000,–/Monat nicht übersteigen. Bei Übersteigen vermindert sich die Zuschusshöhe entsprechend.

d) Mehrere Bewirtschafter: Maßgebend sind die auf den jeweiligen Bewirtschafter anteilig entfallenden Einkünfte.

e) Nicht angefallene Ausgaben: Statt Anwendung der pauschalen Prozentsätze können die Ausgaben auch durch Aufzeichnungen nachgewiesen werden. Bei den Fremdarbeitskosten (Wein-, Obst-, Garten-, Gemüsebau u.a.) sind neben den direkten Personalkosten auch weitere Kosten (z.B. Kosten für die Beherbergung und für Schutzmaßnahmen) zu berücksichtigen.

f) Sägerundholzerzeugung: Maßgebend ist die Differenz zwischen Qualität ABC und dem Faserholzpreis. Erforderlich ist die Nichtabholung des Holzes bis 15.Mai 2020. Diese Nichtabholung ist durch zwei Fotos über den Lagerbestand mit Angabe des Aufnahmedatums (erstes Foto vor dem 22.4.2020, zweites Foto nach dem 15.5.2020) und der jeweiligen Grundstücksnummer zu belegen.

g) Nachweise: Geeignet sind Aufzeichnungen im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung, aber auch freiwillige Aufzeichnungen oder andere Belege.

→ Anmerkung: Jungunternehmer müssen u.a. Umsatzeinbrüche wegen bereits vereinbarter, aber abgesagter Termine für agrar- und waldpädagogische Maßnahmen glaubhaft machen.

Aus der „BBi Bilanzbuchhalter-Info 06/Juni 2020„)

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