Vorsteuer aus Bauleistungen

Von einem Personalgestellungsunternehmen wurden an den Beschwerdeführer Arbeitskräfte überlassen, die Malerarbeiten durchführten. Malerarbeiten sind typische Bauleistungen, daher ist auch die Personalgestellung zur Durchführung von Malerarbeiten eine Bauleistung.

Obwohl in diesem Falle ein Übergang der Steuerschuld (Reverse Charge) auf den Leistungsempfänger gegeben war, stellte das Personalgestellungsunternehmen 20 % Umsatzsteuer in Rechnung.

Der leistende Unternehmer schuldete somit die USt kraft Rechnungslegung gem. § 11 Abs. 12 UStG, allerdings ist ein Vorsteuerabzug beim Leistungsempfänger in diesem Falle ausgeschlossen.

Lt. BFG ist es in diesem Fall ohne Belang, ob die Umsatzsteuer vom Leistenden an das Finanzamt abgeführt wurde oder nicht. (BFG vom 30.7.2020, RV/7102378/2018)

→ Anmerkung: Nicht behandelt wurde die Frage, ob nachträgliche Rechnungsberichtigungen möglich sind. Jedenfalls sollte bei Zweifelsfragen über den Übergang der Steuerschuld vor der Leistungsvereinbarung eine Klärung erfolgen, um zu vermeiden, dass zwar Umsatzsteuer bezahlt wird, der Vorsteuerabzug aber ausgeschlossen wird.

Aus der „Umsatzsteuer Aktuell 188/Oktober 2020„)

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