„Kreatives Steuersparen“ – eine Leseprobe

Kapitel 14 – Studienreisen

Hier drängt sich zunächst die Frage auf, wie denn der Unterschied zwischen Studienreisen und Seminartourismus feststellbar sei und ob es überhaupt einen Unterschied zwischen diesen beiden Formen des „externen Betriebsaufwandes“ gibt.

Zweifellos sind beide Begriffe eng verwandt. Studienreisen setzen allerdings im Gegensatz zu Seminarreisen keineswegs den Besuch eines Seminars, Kongresses, einer Tagung oder einer ähnlichen Fachversammlung voraus. Während bei Seminaren aller Art eine Vielzahl gleichgesinnter Fortbildungsinteressenten versammelt ist und dort gemeinsam und hochmotiviert den Ausführungen der Fachvortragenden lauscht, laufen Studienreisen nach etwas anderen Kriterien ab.

Studienreisen sollen nicht nur Gemeinschaftsreisenden, sondern auch Einzelreisenden die Möglichkeit bieten, für ihren Betrieb bzw. für ihre unternehmerischen Tätigkeiten im Allgemeinen neue Erkenntnisse zu erwerben. Nicht irgendwelche neuen Erkenntnisse, sondern solche, die eine einigermaßen konkrete Verwertung im Unternehmen ermöglichen.

Sie sollen daher auf ihrer kostenintensiven Studienreise solche Kenntnisse erwerben, die ihrem Unternehmen durch Innovationen aller Art zusätzlich Gewinn und damit dem Staat zusätzliche Steuern verschaffen.

Das System ist also recht einfach:

Zunächst wird die Steuerlast durch die mit der Studienreise verbundenen überdurchschnittlichen Aufwendungen reduziert (Tickets aller Art, wie Flugtickets, Bahntickets, Schiffstickets, aber auch Hotel-, Leihwagen- und Restaurantrechnungen aller Art, Helikopter Flying und Ähnliches).

In der Folge werden die in fernen Ländern gewonnenen Marketing-, Producing- and Management-Kenntnisse in der Heimat umgesetzt. Bleiben diese innovativen Maßnahmen ohne sichtbaren Erfolg, kann eine weitere Studienreise ins Auge gefasst werden. Sind die Maßnahmen jedoch auch für europäische Verhältnisse ein durchschlagender Erfolg, steigen die Betriebsgewinne und damit auch die zu entrichtenden Steuern, vornehmlich die Einkommensteuer. Auch die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, vor allem der Cash flow,
aber auch die Eigenkapitaldeckungsrate, und das trendige EBITDAR lassen jede Bilanzpräsentation und jedes Gespräch mit dem Kreditsachbearbeiter der Hausbank in angenehmer Atmosphäre ablaufen.

Was ist aber die Folge?

Die steigende Steuerlast ist wiederum der verständliche Anlass für eine weitere Studienreise.

Bevor die näheren Umstände einer betrieblichen Studienreise geschildert werden, wollen wir Ihnen den nicht überall gebräuchlichen Begriff „EBITDAR“ ein wenig vertraut machen. Keine Schande, diesen Begriff nicht zu kennen und auch keine Schande, den Begriff nach dieser Lektüre auch wieder nach und nach wieder zu vergessen. Sie können aber auch im Kreise Ihrer lieben Verwandten mit der Frage nach diesem Begriff ein kurzfristiges, aber lähmendes Schweigen erzeugen. Das ist Ihre Chance!

Jetzt zur Sache:

E     steht für „earning“.
 Wörtlich übersetzt ist das „Verdienen“ gemeint, tatsächlich ist es aber dem Gewinn und seinen Nutznießern völlig egal ob verdient oder nicht. Das wäre also der erfreuliche Überschuss der Erlöse über alle Aufwendungen.

Wenn es nur so einfach wäre, ist es aber nicht…

Fortsetzung und weitere 34 Steuerspar-Ideen, herrlich gewürzt mit trockenem Humor und bissiger Selbstironie, finden Sie in „Kreatives Steuersparen [legal – halblegal – illegal]“ von Herbert Leraque.

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